Vier Jahreszeiten am See!

 

 

     Ich wurde in einem kleinen Dorf in Bayern geboren.

        Von meinen Eltern geliebt und beschützt, ich war

        das

        jüngste von drei Kinder,  mein ältster Bruder diente  bei

       der Armee,  der Zweite ist Schreiber der Vogtei, ich sah sie selten, 

         aber wenn sie da waren,   verwöhnten sie mich.

        Meine Kindheit war glücklich und sorgenfrei.

        Doch das sollte nicht so bleiben,  das Schicksal schlug

       grausam zu. Ich zählte 5 Lenze,  als ich bei einer Nachbar-

       familie mit einer Freundin spielte,   ging eine Steinlawine ab

       und begrub meine Familie und unser Haus unter Schutt

       Stein und Erde,  niemand entkam dem Unglück und nun war

       ich ohne  Schutz und  allein.

 

       Die nächsten Tage verschwanden im Nebel,   ich habe keine

        Erinnerung daran ,  ich verlor mein Zuhause und meine Sprache

        von nun an war ich stumm. 

       Ein Bruder meiner Mutter erhob  Anspruch auf mich,  denn

       ich war Waise,  wenn auch klein doch eine Arbeitskraft.

      Die Stadt in die ich kam,  war laut,  und schmutzig, Unrat war

      überall, Ratten liefen dazwischen herum,    der Gestank

      verursachte mit Übelkeit,  überall roch es nach

     Kohl,  Urin und Kot,  Raub und Diebstahl  war  an der Tagesordnung

      und die Brutalität  der Strasse  und machte  mir

    Angst . Brummend meinte der Onkel:  ,, Daran gewöhnst du dich."

     Angekommen am Haus meines Onkels zerrte mich eine Frau

    aus dem Wagen ,  musterte mich und schüttelte den Kopf ,, sie

    wird nicht viel taugen , zu klein und zu dumm." ,,Sie ist meiner

     meiner Schwester Kind und sie wird bleiben." Der Onkel schaute

    sie entschlossen an  so schwieg sie und schaute mich feindselig an.

     Er  führte mich in mein neues Heim . Traurig sah ich mich um ,

     es hatte nichts von der Freundlichkeit meines Elternhauses ,

      die Zimmer waren dunkel und nirgends standen Blumen ,

     oder zartes Beiwerk,    wie Deckchen und Krimskram  herum

      es war düster,  wenn auch sauber und ordendlich.

     Die  Gerüche der Strasse waren allgegenwärtig, auch in diesem Haus

     sie waren überall,und beleidigten meine Nase.

     Mein Zimmer war klein doch,  es war meins und so beschloss ich ,

     es ist mein neues  Zuhause.

 

    

      Die Jahre vergingen,  sie waren ausgefüllt , mit Hausarbeit,  und

      Botengängen,  ich wuchs heran,   zu einem schlaksigen,  dünnen

      aber kräftigen Mädchen , ich spielte mit den Jungen unserer Strasse

      und lernte die Gesetze der selben kennen.  Ich sah aus wie einer von

     ihnen und sie schenkten mir nichts.   So lernte ich,  mich zu wehren ,

     mit Fäusten und Stöcken und Steinschleudern umzugehn.  Sehr zum

      Verdruss meiner Tante ,  doch der Onkel hielt die Hand über mich

      so konnte sie nichts ausrichten und beschränkte sich darauf,  mir

     Hauswirtschaften beizubringen,  daß  ich gehorsam  auch eifrig lernte.

     Doch wieder schlug das Schicksal zu. 

 

  Mein  Onkel stürzte von Dach eines Hauses und starb als ich 12 Lenze

ward.

  Die Witwe nahm sich den Gesellen ins Bett und von nun an hatte

  hatte ich keine ruhige Minute mehr,  er drängte mich in Ecken und

  grabschte nach meinem Busen ,  flüsterte mir unanständige Worte ins

     Ohr,  bei Tisch fasste er mich zwischen die Beine,  erzählte etwas

   von einen werdenden Schwan und er hätte die Aufgabe mich zu

  einem zu machen . Ich wehrte mich so gut es ging ,  teilte auch  aus, 

hielt ihn mir so einige Zeit  vom Leib,  bis zu dem Abend als er

betrunken in mein Zimmer kam ,  während ich schlief .

   Er riess die Decke fort und drückte mich an der Schulter in die

 Kissen.   Ich biss und trat um mich , doch er war stärker und in

der besseren Position er legte sich mit se ganzen Gewicht auf mich.

  Da schrie ich um mein  Leben  und Gott seis gedankt   meine Tante  

  hörte mich , sie warf ihn aus dem

  Zimmer  mich schaute sie nur an ,  warf die Decke über mich und ließ

michdann allein, weinend saß ich in meinem Bett der Schlaf wollte 

mehr kommen, zu verzweifelt war ich .

  Als ich des Morgens  herunter kam sagte sie:,,

Pack deine

 Sachen du verlässt das Haus , du hast mein Vertrauen

missbrauchtich kann dich nicht mehr sehen."

  Entsetzt packte ich das Wenige das ich besaß.

 Sie hat mich verkauft für 5 Taler an einen alten Zimmermann.

       So kam ich nach Deggendorf!

     Heinrich lebte ausserhalb der Stadt , an einem wunderschönen See.

     er war sehr freundlich zu mir und sagte nie ein böses Wort,  geduldig

     erklärte er mir alles,  und sorgte für mich,   ich versorgte ihm das Haus , 

     half in der Werkstatt und durfte mit ihm fischen. So war ich zufrieden

  im Einklang mit mir selbst,  ich lernte  rechnen,  das Schreiben

  und das Lesen.  Heinrich war ein geduldiger Lehrer,  ich hätte so gern

   mit ihm geredet , doch konnte ich nicht,  so sehr ich es  mir

   wünschte. Stundenlang erzählte er mir im Boot Geschichten und was er

   von den Dichtern und Philosophen hielt. Ich hörte zu und lernte ,  er

   warso klug.

   Doch  das Schicksal meinte es nicht gut mit mirund teilte wieder aus.

   Ich wollte Heinrich wecken ,  doch er wachte nicht mehr auf . Weinend

   holte ich den Doktor,  Herzversagen,   meinte er und stellte

    den Totenschein aus.

     

    Nachdem Heinrich der Erde übergeben ward , zitterte ich  um  jeden Tag

   und wartete auf meinen Rauswurf , mein Alter zählte nun 16  Lenze

   ich wusste nicht wie es weiter gehen sollte und wie meine

  Zukunft ausah, bangend sah ich ihr entgegen,

  eigendlich war ich froh,   als endlich die Vogtei mich rufen ließ.

 Die Warterei hat nun ein Ende , eilig lief ich in die Stadt , blind für alles

 was mir endgegen kam und  rannte gegen einen Mann . Erschrocken

hielt ich inne. ,,Verdammt noch mal,  passt doch auf Bursche ," sprach er

mich an und fasste mich grob am Arm,  ich hob die Augen zu ihm empor.

und sah in die seine ,  die so blau waren wie der See,   in   dieser  Sekunde

dachte ich,  mein Herz bleibt stehn, ,, entschuldigt   hätte ich gern gesagt ,

dochmir fehlen  immer noch  die Worte , abrupt ließ er mich los und ging

seiner Wege.

 

Verwirrt versuchte ich mich zu fassen und lief dann weiter zur Vogtei ,  ein

Bursche übergab mir einen Brief , dann ließ  der Vogt ließ mich  zu sich

rufen.

Mein Fräulein , darf ich gratulieren ?

,, Ihr tretet das Erbe Heinrichs an , Haus und Grundstück gehören Euch,

mit allem Gut, was sich darin befindet, beglaubigt  und bezeugt. Der Brief

ist  ausgehändigt mit Zeugen übergeben, er gab ihn mir als er euch

aufnahm somit ist dem Recht Genüge  getan und ich habe meine Aufgabe

erfüllt  ihr könnt nun  gehn. "   Wie auf Wolken verließ ich das Haus und

konnte nicht  glauben was mir geschah , doch dann lief ich geschwind

nach Hause .

Mein zu Hause! 

 

 

  Die Ernte war gut und vom Fischen konnte ich leben , und doch ich

irgendwie Unzufriedenes nagte an mir, und brachte mir schlaflose

Nächte, daß ich  für einen Jungen gehalten wurde , störte mich

bisher nicht , doch kritisch musterte ich mich nun im Wasser

sicher ich war sehr schlank und flachbrüstig  und meine Hände

waren schwielig ,  ich trug Hosen und band die Haare wie ein Mann.

Doch ich fühlte wie eine Frau. Und so beschloss ich etwas zu ändern.

 Ich war nicht mehr arm und so kaufte ich ein Kleid und feine Schuhe .

Glücklich , die Ware schön eingepackt verlies ich die Schneiderin und

trat auf die Strasse , da stand Er mit der schönsten Frau die ich

jemals sah,  er küsste sie und war sehr vertraut ,  mein Herz tat weh

und ich lief davon,  niemal zuvor spürte ich einen derartigen Schmerz

und ich hatte keine Ahnung warum.

 

 

               Der Frühling!

Den Winter über habe ich meine Sprechübungen verstärkt , das laute

Vorlesen war eine grosse Hilfe und flüssig kamen nun die Worte aus

meinem Mund , meine Gestalt hat sich gerundet , das Haar trug ich nun

zum Zopf geflochten und fand es hübsch,   es wurde wärmer , die Sonne

 bestrahlte das Land, es ist nun Frühling geworden und ich brauchte

neue Saat,   fröhlich beschloss ich im See zu baden bevor ich  zur Stadt

aufbrach. Das Wasser war eisig , doch ich tauchte ich  hinein , und

schwamm hinaus, einige wenige Minuten nur  es war ein herrliches

Gefühl , doch schnell entstieg ich wieder

 den Fluten,  eingehüllt in Tücher eilte ich wieder ins Haus.

 

  Sorgfältig zog ich mich an , und bürstete meine Haare ,

 kniff in meine Wangen und cremte mich mit einer duftenden

 Paste,  niemand sollte in mir noch einen Jungen sehn, doch 

im ganzen Haus fand ich keinen Spiegel und so lief ich wieder

zum See . Tief beugte ich mich ans Wasser und schaute in

mein Spiegelbild. Bin ich hübsch kann ich jemandem Gefallen?

 

 Der Knecht fuhr mich nun in die Stadt , je länger wir fuhren um 

 so unsicherer wurde ich,   es sind Tage ,   Wochen und Monate

 vergangen,   seid meinem   letzten Besuch,  aufgeregt schaute

ich mich um,  es hat sich so viel verändert,  Flieder und Schneeball

blühten,  auf der Strasse ging es lebhaft zu . Die Häuser waren

geputzt und sahen   stolz und würdig aus . Ich stieg vom Wagen

und ging zu Fuss durch unsere Stadt ,  staunend blieb ich sehr oft

stehn.und schaute zu wie die Kinder spielten ,wie die Katzen sich

in der Sonne räckelten. Die Erwachsenen zusammen plauderten

und alles einen heiteren  Eindruck machte.

Ich kaufte meine Saat,  und brachte sie zum  Wagen auf dem

 der Knechtgeduldig wartete , als derKaufmann mich nochmals

zu sich rief:,,

Der Bürgermeister kauft den

Weizen, er garantiert Abnahme und Preis ,   lasst euch einschreiben

dann braucht ihr nicht zum Markt, das gleiche gilt für Fisch  und

Fleisch ,  seid nicht dumm, geht hin." Nachdenklich machte ich mich

auf zum Bürgermeisteramt, und blieb erst  einmal davor stehn,

selbstvergessen pflügte ich ein Zweiglein ab ,  doch dann ging

ich hinein.

 

  Da sass der Mann an den ich ständig dachte ,  mein Herz klopfte

 bis zum Halse und meine Hände zitterten,  ärgerlich rief ich mich

zur Ordnung und sagte mir immer wieder,  er ist nicht für dich.

Röte überzog meine Wangen als ich ihn ansprach ,  schüchtern

senkte ich den Blick , erstaunt schaute er auf,  als ich ihn

ansprach. ,,Guten Tag , ich bin Helena,  der Kaufmann sagte mir ,

Ihr kauft Fisch und Weizen ?  Ich bin an einer Abnahme durch euch

interessiert.  Lächelnd lehnte er sich zurück und schaute mich an .

,, Was könnt ihr mir denn bieten,  von welcher Menge reden wir .

 Nach zähem verhandeln wurden wir uns einig und unterzeichneten

den Vertrag . Er reichte mir seine Hand ,  ich dagegen  bemühte

mich das

Zittern zu unterdrücken,   als ich ihm die Meine gab.  Da ging die Türe

auf,  Sie,    rauschte herein wie eine Königin,    würdigte mich keines

Blickes,  ungeniert küsste sie ihn,  da   verließ  ich  fluchtartig den Raum .

Draussen musste ich mich erst fassen,  es tobten Wut,  Entäuschung,

Eifersucht in mir, so schnell ich konnte lief ich zu unserem Wagen, 

hieß den Knecht einsteigen und faste den Zügel, ich trieb das Pferd zur

höchsten Leistung, es raste los  die Menschen sprangen entsetzt zu

Seite, nur weg von diesem Ort.    Ich vergrub mich in Arbeit und

verschloss mein Herz.

Zwei Jahre sind so  schnell vergangen,  meine Wunden waren

anscheinend  verheilt,  die alte Hebamme der Stadt  hat mich

in die Lehre genommen,  ich habe mich sehr darüber gefreut,  ich wurde

als ausgebildete Hebamme registriert,    ich nahm meinen neuen Beruf

ernst  und liebte ihn. Und so  lernte  die Frauen der Stadt und ihre Familien

kennen, ich half auch bei den Festen

und richtete die  Feiern aus,  ich wurde eine angesehene Bürgerin der Stadt.

 Der Hof von einem Verwalter  erfolgreich geführt wurde , ich wollte es

auch so belassen denn Heinrich hatte Weitsicht bewiesen und alles bedacht.

Zwei Welpen hatten sich in mein Herz geschlichen, sie folgten mir auf Schritt

und Tritt sie brachten mich mit ihrem Spiel zum Lachen , lange Spaziergänge

erholten meinen Geist,

die Tage waren durch Fröhlichkeit gewürzt,   nichts  konnte mir den Frohsinn

nehmen die Hunde taten mir gut .

 

 

                  Sommer!

 Die Stadt wurde inzwischen von einem anderen Bürgermeister regiert.

  Wenn man beliebt und angesehen ist,  wird das Leben auch leichter

 einige der ledigen Herrn der Stadt machten mir ganz ganz offen den

Hof,  für Andy unseren Büttel, ein sehr netter, gutaussehender Mann 

mit ausgezeichneten Manieren, stets lustig und guter Dinge bemühte,

sich um meine Aufmerksamkeit , ich mochte ihn gern und es

tat es mir besonders leid,   ihn abweisen zu

müssen, doch mehr als Freundschaft konnte ich ihm  nicht geben, 

ich  merkte,   mein Herz war immer noch nicht  frei. 

Das Sommerfest war ein grosser Erfolg  denn alle waren gekommen.

die Stimmung war gut , es wurde getanzt und gelacht.

Ich unterhielt mich gerade mit Scarlett einer lieben Freundin

als ich Erik wiedersah .

 Da wir die Gastgeberinnen waren begrüsste er uns höflich 

zuerst,  er verbeugte sich  küsste uns die Hand und stellte sich vor .

Lächelnd dankten wir , doch Scarlett schaute mich erstaunt an .

Als sie bemerkte wie angespannt und nervös ich war

Sie flüsterete mir ins Ohr ,,was ist los mit Euch  ? ihr  seht  aus als wäre

euch der Teufel begegnet ." So ähnlich fühlte ich mich auch , machtlos

gegen die Gefühle die wie  Feuer heiß und gefährlich in mir brannten , als

ich in  seine Augen schaute war ich verloren. Ich weiß nicht was er in den

Meinen sah doch es machte ihn verlegen,  doch diesmal wollte ich nicht

unbeachtet bleiben.Ich fragte ihn  wo seine Frau denn sei , die Antwort

konnte ich zuerst nicht fassen ,, Sie habe ihn verlassen , "sagte er,

,,schon vor längerer Zeit,  ich trauere ihr nicht hinterher." So nahm

ich seinen Arm,  ,, geht ihr mit mir tanzen? Erstaunen war in seinem Blick , 

aber er ging ohne zu zögern mit,  als er seinen Arm um mich legte, schmiegte

ich mich hinein,  so wie es noch schicklich war ,   es gab nur ihn und mich .

Während desTanzes schwiegen wir und schauten uns nur an, 

ich ertrank im Blick seiner Augen und es schien als regte sich etwas in ihm,

das mehr war als nur Höflichkeit

,, Es ist sehr warm hier und etwas zu laut, begleitet ihr mich in den Garten?

fragte er mich leise,  mit strahlenden Augen nickte ich,  da  nahm  er mich an

der Hand und wir liefen hinaus .  Als er mich dann in den Arm nahm und mich

 zärtlich küsste, war ich der glücklichste Mensch,  als er merkte,  das ich die

Küsse erwiderte, forderte er mehr  und  küsste mich mit Leidenschaft,

ich fühlte ich mich wie auf Wolken . Er streichelte meinen Rücken,  bedeckte

Halsund Nacken mit seinen Küssen,  flüsterte

Koseworte in mein Ohr,  ich brannte lichterloh,   jeder Faser meines Körpers

sehnte sich nach ihm . Doch hier war nicht der richtige Ort.

Sanft löste ich mich , er nahm meine Hände und drückte sie an seine Brust.

ich fühlte das Herz heftig schlagen , lächelnd schaute ich ihn an .

Leise sagte ich zu  ihm, ,,Nicht hier und nicht jetzt ." ,,Nein, " sagte er zärtlich

,,komm lass uns gehn." Arm in Arm verließen wir das Fest und liefen zum See,

Der Mond schien uns zu erwarten,  gross und rund schenkte er uns sein Licht,

Geschwind entledigte ich mich meiner Kleidung , Erik tat es mir gleich, wir

fassten uns bei den Händen und rannten zusammen in das spiegelnde Wasser.

Wie Aale glitten wir umeinander, küssten und streichelten uns immerzu, Erik trug

mich auf seinen Armen auf den noch warmen Sand. Ich schmiegte mich an ihn

mein Körper für seinen, der Seine für den mich,   aneinander gepresst um

einander noch näher zu sein. Oh Gott wie sehr liebte ich ihn,  Meine Brüste glühten

unter seinen Küssen, mein Körper erwartete ihn wie ein Gefäss, feucht, gleitend

schmerzlich eindringend, sie ritten beide den Wolken entgegen immer

höher und schneller,  bis sie an den Himmel stießen und  gemeinsam

wieder zu Boden sanken.  Erschöpft  rieb ich meine Nase an seiner Brust

und streichelte seinen Bauch . Er war sehr still und nachdenklich, nach einer

Weile stand er verlegen auf, zog sein Hemd an und schloss die Knöpfe .

,, Es tut mir leid es hätte nicht geschehen dürfen , du hast besseres verdient .

Ich muss gehn, verzeih mir wenn du kannst. Er kämpfte sich in seine Hose

rollte Weste und Umhang zusammen und verschwand.

 Da saß ich nun, verlassen gedemütigt? ,,nein ich hab es so gewollt."

Ich bereue nichts, ich hoffe,  das ist alles . Ich zog mich langsam an

machte mich auf den Weg nach Hause.

 

 

                                        Herbst

Sehnsüchtige Tage  vergingen bevor ich wieder von ihm hörte, der Brief

war kurz , ,,Ich will euch sehn , schreibt mir wann und wo ."

Meine Botschaft war ähnlich kurz:,, In meinem Haus,  kommt wann ihr

wollt." Den Boten,  den ich schickte war erst Minuten wieder da und nahm

gerade seinen Lohn,   als es an der Haustüre klopfte, der Bote ging .

 Erik kam herein,  wir schauten uns an und zogen uns aus,  ,, du gehst mir

nicht mehr aus dem Kopf, ,,flüsterte er,  während er mich küsste .

Zum antworten blieb mir keine Zeit , seine Hände waren überall,  seine

Küsse raubten mir die Sinne,  willig ließ ich mich zum Bett tragen

stöhnend öffnete ich ihm meine Schenkel,  als er sich in mir regte und

zuerst sanft und dann mit harten Stößen war ich auf einem glühenden

Vulkan, heiße Lava ergoss sich in meinem Körper bis es in mir

explodierte.  Erschöpft kuschelte ich mich in seine Arme , sanft

küsste er mein Haar, ,,  ich muss gehn ,"sagte er leise ,aber er ließ sich

Zeit  bis er ging. Ich fragte nicht,   sehn wir uns morgen.?  Er schaute

mich zum Abschied lange an . ,,Schlaf schön und pass auf dich auf,"

waren seine Worte als er mein Haus verlies. So und so ähnlich ging es

nun wochenlang , er ging auf Reisen und kam wieder . Eines Tages

lud er mich an ihn zu begleiten .,, Warum ," fragte ich  ,, weil ich es nicht

mehr ertrage dich zu verlassen , " war seine Antwort .

Wollte ich das ? gefesselt durch die Sucht mich zu besitzen.

Die Reise begann schon mit Unstimmigkeiten, ich war aufgeregt und

zappelig , er nervös und ungeduldig,  den ersten Tag erlebte ich in

mit Schweigen . Die Tage zogen sich hin, seine Arbeit verschlang die

Stunden des Tages, ich war einsam und allein und verbrachte die Zeit

in fremden Städten und Zimmern , alleinreisende Frauen sind auf

den Strassen nicht sicher also blieb in den Herbergen und langweilte

mich.  In den Nächten flüsterte er mir Liebesschwüre

ins Ohr und wurde nicht müde meinen Körper zu lieben und in die

Ekstase zu treiben . Nur immer öfter dachte ich ,, Es istnicht genug."

  Wir waren wieder zu Hause  und eigendlich sollte ich glücklich

sein, doch ich war unruhig und nicht zufrieden,  immer öfter störte es mich

wenn er ging, wenn ich ihn darauf ansprach reagierte er ungeduldig

um mich  im gleichen Augenblick zu liebkosen und mich ins Bett zu locken.

ich dachte ein paar Tage Abstand würde mir helfen um herauszufinden,

was ich eigendlich wollte . Also packte ich eine Tasche um zu verreisen.

Als ich ihm sagte was ich vorhatte,  erlebte ich einen so zornigen Mann,

daß ich erschrak, wir trennten uns im Streit,  ich habe meine Reise

gemacht, doch sie machte mir keine Freude sie brachte mich auch 

nicht weiter,   nur zur Erkenntnis daß alleine  Reisen sehr einsam ist 

er fehlte mir ,  mehr als ich es beschreiben

kann.  Also fuhr ich wieder heim, ich nahm mir vor unsere Beziehung ein -

zuschränken mich unabhängiger von ihm zu machen und ein wenig mehr

Freiheit zu haben . Die nächsten Tage fuhr ich stundenlang mit meinem

Boot zum Fischen, machte lange Spaziergänge mit den Hunden.

Fuhr mit meinen Knechten ins Holz um für den Winter vorzusorgen .

half Obst einzukochen und Fisch zu räuchern.

So vergingen die Tage wie im Flug, als ich es am wenigsten erwartete

stand er vor mir . Trotz aller guten Vorsätze es war wie immer

Ansehn, küssen, streicheln, ausziehn,  lieben, unersättlich die ganze Nacht.

Doch als ich aufwachte,  lag ich in seinen Armen,  ich liebte seinen Duft

und sog ihn ganz tief in meine Nase . Zärtlich strich ich sein Haar aus der Stirn, 

sanft küsste ich ihn auf die Nase. Er schlug die Augen auf und küsste mich, 

tief schaute er mir in die Augen,  leise sagte er: ,, lass mich  nicht

mehr alleine, ich habe dich so vermisst ,....    ich liebe Dich.....

weißt du das denn nicht?   Nachdenklich schaute ich ihn an ,, nein woher ,

du hast nie etwas gesagt. Schulterzuckend bemerkte er:,, dann weißt du

es jetzt, ich habe Hunger, du nicht auch? "Lachend stand ich auf und

machte das Frühstück,  lächelnd setzte er sich an den Tisch ,,Schön bist

du am Morgen, so rosig,  wuschelig . Als er dann ging zog ich mich an und

machte mich fröhlich an die Arbeit. Wie sollte ich auch wissen,  daß es

der Abschiedsabend vor seiner Reise war . Er stieg am Abend aus der

Kutsche,  küsste mich hastig,  verabschiedete sich und verschwand. Den

Abend und die Nacht weinte ich mich in den Schlaf,  unglücklich war ich

und wütend zu gleich. Wie konnte er nur so mit mir spielen? ich fühlte mich

getäuscht.

                          Winter

Was soll ich sagen ? was soll ich tun?   Ich bin so einsam so allein .

Wochen sind vergangen,  seit ich ihn zuletzt sah . Meine Gefühle

schwanken zwischen Sehnsucht und Zorn . Ich kann nicht essen  und auch

der Schlaf will oft nicht kommen,  Brechreiz quält mich morgens seit Wochen,

ich ahne und bange,  ist es das was ich vermutet ? Endlich raffe ich mich auf

und besuche die alte Hebamme unserer Stadt, gründlich  untersucht sie mich

und dann schaut sie mich lange an . Ja Kind,  ihr seid schwanger,  ihr erwartet

ein Kind. Wer ist der Vater ? heiratet er euch ? Alle diese Fragen , was soll ich

antworten? ich weiß es doch nicht. Soviele Tränen hab ich vergossen, weil ich

um ihn und unsere Liebe geweint.

Und endlich stand er wieder vor meiner Tür, bemerkte meinen schwellenden

Leib, in seinen Augen konnte ich die Abwehr lesen,  bevor  er zu mir sagte:,,

das kann ich nicht,  ich will keine Familie, ich will kein Kind, ich brauche

meine Freiheit,  was denkst du denn das ich dich heirate ? Nein.....

Er drehte sich einfach um und ging.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

 

 

 

 

 

Was du nicht willst was man dir tut , das füg auch keinem anderen zu .