Vier Jahreszeiten am See!
Ich wurde in einem kleinen Dorf in Bayern geboren.
Von meinen Eltern geliebt und beschützt, ich war
das
jüngste von drei Kinder, mein ältster Bruder diente bei
der Armee, der Zweite ist Schreiber der Vogtei, ich sah sie selten,
aber wenn sie da waren, verwöhnten sie mich.
Meine Kindheit war glücklich und sorgenfrei.
Doch das sollte nicht so bleiben, das Schicksal schlug
grausam zu. Ich zählte 5 Lenze, als ich bei einer Nachbar-
familie mit einer Freundin spielte, ging eine Steinlawine ab
und begrub meine Familie und unser Haus unter Schutt
Stein und Erde, niemand entkam dem Unglück und nun war
ich ohne Schutz und allein.

Die nächsten Tage verschwanden im Nebel, ich habe keine
Erinnerung daran , ich verlor mein Zuhause und meine Sprache
von nun an war ich stumm.
Ein Bruder meiner Mutter erhob Anspruch auf mich, denn
ich war Waise, wenn auch klein doch eine Arbeitskraft.
Die Stadt in die ich kam, war laut, und schmutzig, Unrat war
überall, Ratten liefen dazwischen herum, der Gestank
verursachte mit Übelkeit, überall roch es nach
Kohl, Urin und Kot, Raub und Diebstahl war an der Tagesordnung
und die Brutalität der Strasse und machte mir
Angst . Brummend meinte der Onkel: ,, Daran gewöhnst du dich."
Angekommen am Haus meines Onkels zerrte mich eine Frau
aus dem Wagen , musterte mich und schüttelte den Kopf ,, sie
wird nicht viel taugen , zu klein und zu dumm." ,,Sie ist meiner
meiner Schwester Kind und sie wird bleiben." Der Onkel schaute
sie entschlossen an so schwieg sie und schaute mich feindselig an.
Er führte mich in mein neues Heim . Traurig sah ich mich um ,
es hatte nichts von der Freundlichkeit meines Elternhauses ,
die Zimmer waren dunkel und nirgends standen Blumen ,
oder zartes Beiwerk, wie Deckchen und Krimskram herum
es war düster, wenn auch sauber und ordendlich.
Die Gerüche der Strasse waren allgegenwärtig, auch in diesem Haus
sie waren überall,und beleidigten meine Nase.
Mein Zimmer war klein doch, es war meins und so beschloss ich ,
es ist mein neues Zuhause.

Die Jahre vergingen, sie waren ausgefüllt , mit Hausarbeit, und
Botengängen, ich wuchs heran, zu einem schlaksigen, dünnen
aber kräftigen Mädchen , ich spielte mit den Jungen unserer Strasse
und lernte die Gesetze der selben kennen. Ich sah aus wie einer von
ihnen und sie schenkten mir nichts. So lernte ich, mich zu wehren ,
mit Fäusten und Stöcken und Steinschleudern umzugehn. Sehr zum
Verdruss meiner Tante , doch der Onkel hielt die Hand über mich
so konnte sie nichts ausrichten und beschränkte sich darauf, mir
Hauswirtschaften beizubringen, daß ich gehorsam auch eifrig lernte.
Doch wieder schlug das Schicksal zu.

Mein Onkel stürzte von Dach eines Hauses und starb als ich 12 Lenze
ward.
Die Witwe nahm sich den Gesellen ins Bett und von nun an hatte
hatte ich keine ruhige Minute mehr, er drängte mich in Ecken und
grabschte nach meinem Busen , flüsterte mir unanständige Worte ins
Ohr, bei Tisch fasste er mich zwischen die Beine, erzählte etwas
von einen werdenden Schwan und er hätte die Aufgabe mich zu
einem zu machen . Ich wehrte mich so gut es ging , teilte auch aus,
hielt ihn mir so einige Zeit vom Leib, bis zu dem Abend als er
betrunken in mein Zimmer kam , während ich schlief .
Er riess die Decke fort und drückte mich an der Schulter in die
Kissen. Ich biss und trat um mich , doch er war stärker und in
der besseren Position er legte sich mit se ganzen Gewicht auf mich.
Da schrie ich um mein Leben und Gott seis gedankt meine Tante
hörte mich , sie warf ihn aus dem
Zimmer mich schaute sie nur an , warf die Decke über mich und ließ
michdann allein, weinend saß ich in meinem Bett der Schlaf wollte
mehr kommen, zu verzweifelt war ich .
Als ich des Morgens herunter kam sagte sie:,,
Pack deine
Sachen du verlässt das Haus , du hast mein Vertrauen
missbrauchtich kann dich nicht mehr sehen."
Entsetzt packte ich das Wenige das ich besaß.
Sie hat mich verkauft für 5 Taler an einen alten Zimmermann.

So kam ich nach Deggendorf!
Heinrich lebte ausserhalb der Stadt , an einem wunderschönen See.
er war sehr freundlich zu mir und sagte nie ein böses Wort, geduldig
erklärte er mir alles, und sorgte für mich, ich versorgte ihm das Haus ,
half in der Werkstatt und durfte mit ihm fischen. So war ich zufrieden
im Einklang mit mir selbst, ich lernte rechnen, das Schreiben
und das Lesen. Heinrich war ein geduldiger Lehrer, ich hätte so gern
mit ihm geredet , doch konnte ich nicht, so sehr ich es mir
wünschte. Stundenlang erzählte er mir im Boot Geschichten und was er
von den Dichtern und Philosophen hielt. Ich hörte zu und lernte , er
warso klug.
Doch das Schicksal meinte es nicht gut mit mirund teilte wieder aus.
Ich wollte Heinrich wecken , doch er wachte nicht mehr auf . Weinend
holte ich den Doktor, Herzversagen, meinte er und stellte
den Totenschein aus.

Nachdem Heinrich der Erde übergeben ward , zitterte ich um jeden Tag
und wartete auf meinen Rauswurf , mein Alter zählte nun 16 Lenze
ich wusste nicht wie es weiter gehen sollte und wie meine
Zukunft ausah, bangend sah ich ihr entgegen,
eigendlich war ich froh, als endlich die Vogtei mich rufen ließ.
Die Warterei hat nun ein Ende , eilig lief ich in die Stadt , blind für alles
was mir endgegen kam und rannte gegen einen Mann . Erschrocken
hielt ich inne. ,,Verdammt noch mal, passt doch auf Bursche ," sprach er
mich an und fasste mich grob am Arm, ich hob die Augen zu ihm empor.
und sah in die seine , die so blau waren wie der See, in dieser Sekunde
dachte ich, mein Herz bleibt stehn, ,, entschuldigt hätte ich gern gesagt ,
dochmir fehlen immer noch die Worte , abrupt ließ er mich los und ging
seiner Wege.
Verwirrt versuchte ich mich zu fassen und lief dann weiter zur Vogtei , ein
Bursche übergab mir einen Brief , dann ließ der Vogt ließ mich zu sich
rufen.
Mein Fräulein , darf ich gratulieren ?
,, Ihr tretet das Erbe Heinrichs an , Haus und Grundstück gehören Euch,
mit allem Gut, was sich darin befindet, beglaubigt und bezeugt. Der Brief
ist ausgehändigt mit Zeugen übergeben, er gab ihn mir als er euch
aufnahm somit ist dem Recht Genüge getan und ich habe meine Aufgabe
erfüllt ihr könnt nun gehn. " Wie auf Wolken verließ ich das Haus und
konnte nicht glauben was mir geschah , doch dann lief ich geschwind
nach Hause .
Mein zu Hause!
Die Ernte war gut und vom Fischen konnte ich leben , und doch ich
irgendwie Unzufriedenes nagte an mir, und brachte mir schlaflose
Nächte, daß ich für einen Jungen gehalten wurde , störte mich
bisher nicht , doch kritisch musterte ich mich nun im Wasser
sicher ich war sehr schlank und flachbrüstig und meine Hände
waren schwielig , ich trug Hosen und band die Haare wie ein Mann.
Doch ich fühlte wie eine Frau. Und so beschloss ich etwas zu ändern.
Ich war nicht mehr arm und so kaufte ich ein Kleid und feine Schuhe .
Glücklich , die Ware schön eingepackt verlies ich die Schneiderin und
trat auf die Strasse , da stand Er mit der schönsten Frau die ich
jemals sah, er küsste sie und war sehr vertraut , mein Herz tat weh
und ich lief davon, niemal zuvor spürte ich einen derartigen Schmerz
und ich hatte keine Ahnung warum.

Der Frühling!
Den Winter über habe ich meine Sprechübungen verstärkt , das laute
Vorlesen war eine grosse Hilfe und flüssig kamen nun die Worte aus
meinem Mund , meine Gestalt hat sich gerundet , das Haar trug ich nun
zum Zopf geflochten und fand es hübsch, es wurde wärmer , die Sonne
bestrahlte das Land, es ist nun Frühling geworden und ich brauchte
neue Saat, fröhlich beschloss ich im See zu baden bevor ich zur Stadt
aufbrach. Das Wasser war eisig , doch ich tauchte ich hinein , und
schwamm hinaus, einige wenige Minuten nur es war ein herrliches
Gefühl , doch schnell entstieg ich wieder
den Fluten, eingehüllt in Tücher eilte ich wieder ins Haus.
Sorgfältig zog ich mich an , und bürstete meine Haare ,
kniff in meine Wangen und cremte mich mit einer duftenden
Paste, niemand sollte in mir noch einen Jungen sehn, doch
im ganzen Haus fand ich keinen Spiegel und so lief ich wieder
zum See . Tief beugte ich mich ans Wasser und schaute in
mein Spiegelbild. Bin ich hübsch kann ich jemandem Gefallen?

Der Knecht fuhr mich nun in die Stadt , je länger wir fuhren um
so unsicherer wurde ich, es sind Tage , Wochen und Monate
vergangen, seid meinem letzten Besuch, aufgeregt schaute
ich mich um, es hat sich so viel verändert, Flieder und Schneeball
blühten, auf der Strasse ging es lebhaft zu . Die Häuser waren
geputzt und sahen stolz und würdig aus . Ich stieg vom Wagen
und ging zu Fuss durch unsere Stadt , staunend blieb ich sehr oft
stehn.und schaute zu wie die Kinder spielten ,wie die Katzen sich
in der Sonne räckelten. Die Erwachsenen zusammen plauderten
und alles einen heiteren Eindruck machte.
Ich kaufte meine Saat, und brachte sie zum Wagen auf dem
der Knechtgeduldig wartete , als derKaufmann mich nochmals
zu sich rief:,,
Der Bürgermeister kauft den
Weizen, er garantiert Abnahme und Preis , lasst euch einschreiben
dann braucht ihr nicht zum Markt, das gleiche gilt für Fisch und
Fleisch , seid nicht dumm, geht hin." Nachdenklich machte ich mich
auf zum Bürgermeisteramt, und blieb erst einmal davor stehn,
selbstvergessen pflügte ich ein Zweiglein ab , doch dann ging
ich hinein.

Da sass der Mann an den ich ständig dachte , mein Herz klopfte
bis zum Halse und meine Hände zitterten, ärgerlich rief ich mich
zur Ordnung und sagte mir immer wieder, er ist nicht für dich.
Röte überzog meine Wangen als ich ihn ansprach , schüchtern
senkte ich den Blick , erstaunt schaute er auf, als ich ihn
ansprach. ,,Guten Tag , ich bin Helena, der Kaufmann sagte mir ,
Ihr kauft Fisch und Weizen ? Ich bin an einer Abnahme durch euch
interessiert. Lächelnd lehnte er sich zurück und schaute mich an .
,, Was könnt ihr mir denn bieten, von welcher Menge reden wir .
Nach zähem verhandeln wurden wir uns einig und unterzeichneten
den Vertrag . Er reichte mir seine Hand , ich dagegen bemühte
mich das
Zittern zu unterdrücken, als ich ihm die Meine gab. Da ging die Türe
auf, Sie, rauschte herein wie eine Königin, würdigte mich keines
Blickes, ungeniert küsste sie ihn, da verließ ich fluchtartig den Raum .
Draussen musste ich mich erst fassen, es tobten Wut, Entäuschung,
Eifersucht in mir, so schnell ich konnte lief ich zu unserem Wagen,
hieß den Knecht einsteigen und faste den Zügel, ich trieb das Pferd zur
höchsten Leistung, es raste los die Menschen sprangen entsetzt zu
Seite, nur weg von diesem Ort. Ich vergrub mich in Arbeit und
verschloss mein Herz.
Zwei Jahre sind so schnell vergangen, meine Wunden waren
anscheinend verheilt, die alte Hebamme der Stadt hat mich
in die Lehre genommen, ich habe mich sehr darüber gefreut, ich wurde
als ausgebildete Hebamme registriert, ich nahm meinen neuen Beruf
ernst und liebte ihn. Und so lernte die Frauen der Stadt und ihre Familien
kennen, ich half auch bei den Festen
und richtete die Feiern aus, ich wurde eine angesehene Bürgerin der Stadt.
Der Hof von einem Verwalter erfolgreich geführt wurde , ich wollte es
auch so belassen denn Heinrich hatte Weitsicht bewiesen und alles bedacht.
Zwei Welpen hatten sich in mein Herz geschlichen, sie folgten mir auf Schritt
und Tritt sie brachten mich mit ihrem Spiel zum Lachen , lange Spaziergänge
erholten meinen Geist,
die Tage waren durch Fröhlichkeit gewürzt, nichts konnte mir den Frohsinn
nehmen die Hunde taten mir gut .

Sommer!
Die Stadt wurde inzwischen von einem anderen Bürgermeister regiert.
Wenn man beliebt und angesehen ist, wird das Leben auch leichter
einige der ledigen Herrn der Stadt machten mir ganz ganz offen den
Hof, für Andy unseren Büttel, ein sehr netter, gutaussehender Mann
mit ausgezeichneten Manieren, stets lustig und guter Dinge bemühte,
sich um meine Aufmerksamkeit , ich mochte ihn gern und es
tat es mir besonders leid, ihn abweisen zu
müssen, doch mehr als Freundschaft konnte ich ihm nicht geben,
ich merkte, mein Herz war immer noch nicht frei.
Das Sommerfest war ein grosser Erfolg denn alle waren gekommen.
die Stimmung war gut , es wurde getanzt und gelacht.
Ich unterhielt mich gerade mit Scarlett einer lieben Freundin
als ich Erik wiedersah .
Da wir die Gastgeberinnen waren begrüsste er uns höflich
zuerst, er verbeugte sich küsste uns die Hand und stellte sich vor .
Lächelnd dankten wir , doch Scarlett schaute mich erstaunt an .
Als sie bemerkte wie angespannt und nervös ich war
Sie flüsterete mir ins Ohr ,,was ist los mit Euch ? ihr seht aus als wäre
euch der Teufel begegnet ." So ähnlich fühlte ich mich auch , machtlos
gegen die Gefühle die wie Feuer heiß und gefährlich in mir brannten , als
ich in seine Augen schaute war ich verloren. Ich weiß nicht was er in den
Meinen sah doch es machte ihn verlegen, doch diesmal wollte ich nicht
unbeachtet bleiben.Ich fragte ihn wo seine Frau denn sei , die Antwort
konnte ich zuerst nicht fassen ,, Sie habe ihn verlassen , "sagte er,
,,schon vor längerer Zeit, ich trauere ihr nicht hinterher." So nahm
ich seinen Arm, ,, geht ihr mit mir tanzen? Erstaunen war in seinem Blick ,
aber er ging ohne zu zögern mit, als er seinen Arm um mich legte, schmiegte
ich mich hinein, so wie es noch schicklich war , es gab nur ihn und mich .
Während desTanzes schwiegen wir und schauten uns nur an,
ich ertrank im Blick seiner Augen und es schien als regte sich etwas in ihm,
das mehr war als nur Höflichkeit
,, Es ist sehr warm hier und etwas zu laut, begleitet ihr mich in den Garten?
fragte er mich leise, mit strahlenden Augen nickte ich, da nahm er mich an
der Hand und wir liefen hinaus . Als er mich dann in den Arm nahm und mich
zärtlich küsste, war ich der glücklichste Mensch, als er merkte, das ich die
Küsse erwiderte, forderte er mehr und küsste mich mit Leidenschaft,
ich fühlte ich mich wie auf Wolken . Er streichelte meinen Rücken, bedeckte
Halsund Nacken mit seinen Küssen, flüsterte
Koseworte in mein Ohr, ich brannte lichterloh, jeder Faser meines Körpers
sehnte sich nach ihm . Doch hier war nicht der richtige Ort.
Sanft löste ich mich , er nahm meine Hände und drückte sie an seine Brust.
ich fühlte das Herz heftig schlagen , lächelnd schaute ich ihn an .
Leise sagte ich zu ihm, ,,Nicht hier und nicht jetzt ." ,,Nein, " sagte er zärtlich
,,komm lass uns gehn." Arm in Arm verließen wir das Fest und liefen zum See,
Der Mond schien uns zu erwarten, gross und rund schenkte er uns sein Licht,
Geschwind entledigte ich mich meiner Kleidung , Erik tat es mir gleich, wir
fassten uns bei den Händen und rannten zusammen in das spiegelnde Wasser.
Wie Aale glitten wir umeinander, küssten und streichelten uns immerzu, Erik trug
mich auf seinen Armen auf den noch warmen Sand. Ich schmiegte mich an ihn
mein Körper für seinen, der Seine für den mich, aneinander gepresst um
einander noch näher zu sein. Oh Gott wie sehr liebte ich ihn, Meine Brüste glühten
unter seinen Küssen, mein Körper erwartete ihn wie ein Gefäss, feucht, gleitend
schmerzlich eindringend, sie ritten beide den Wolken entgegen immer
höher und schneller, bis sie an den Himmel stießen und gemeinsam
wieder zu Boden sanken. Erschöpft rieb ich meine Nase an seiner Brust
und streichelte seinen Bauch . Er war sehr still und nachdenklich, nach einer
Weile stand er verlegen auf, zog sein Hemd an und schloss die Knöpfe .
,, Es tut mir leid es hätte nicht geschehen dürfen , du hast besseres verdient .
Ich muss gehn, verzeih mir wenn du kannst. Er kämpfte sich in seine Hose
rollte Weste und Umhang zusammen und verschwand.

Da saß ich nun, verlassen gedemütigt? ,,nein ich hab es so gewollt."
Ich bereue nichts, ich hoffe, das ist alles . Ich zog mich langsam an
machte mich auf den Weg nach Hause.

Herbst
Sehnsüchtige Tage vergingen bevor ich wieder von ihm hörte, der Brief
war kurz , ,,Ich will euch sehn , schreibt mir wann und wo ."
Meine Botschaft war ähnlich kurz:,, In meinem Haus, kommt wann ihr
wollt." Den Boten, den ich schickte war erst Minuten wieder da und nahm
gerade seinen Lohn, als es an der Haustüre klopfte, der Bote ging .
Erik kam herein, wir schauten uns an und zogen uns aus, ,, du gehst mir
nicht mehr aus dem Kopf, ,,flüsterte er, während er mich küsste .
Zum antworten blieb mir keine Zeit , seine Hände waren überall, seine
Küsse raubten mir die Sinne, willig ließ ich mich zum Bett tragen
stöhnend öffnete ich ihm meine Schenkel, als er sich in mir regte und
zuerst sanft und dann mit harten Stößen war ich auf einem glühenden
Vulkan, heiße Lava ergoss sich in meinem Körper bis es in mir
explodierte. Erschöpft kuschelte ich mich in seine Arme , sanft
küsste er mein Haar, ,, ich muss gehn ,"sagte er leise ,aber er ließ sich
Zeit bis er ging. Ich fragte nicht, sehn wir uns morgen.? Er schaute
mich zum Abschied lange an . ,,Schlaf schön und pass auf dich auf,"
waren seine Worte als er mein Haus verlies. So und so ähnlich ging es
nun wochenlang , er ging auf Reisen und kam wieder . Eines Tages
lud er mich an ihn zu begleiten .,, Warum ," fragte ich ,, weil ich es nicht
mehr ertrage dich zu verlassen , " war seine Antwort .
Wollte ich das ? gefesselt durch die Sucht mich zu besitzen.
Die Reise begann schon mit Unstimmigkeiten, ich war aufgeregt und
zappelig , er nervös und ungeduldig, den ersten Tag erlebte ich in
mit Schweigen . Die Tage zogen sich hin, seine Arbeit verschlang die
Stunden des Tages, ich war einsam und allein und verbrachte die Zeit
in fremden Städten und Zimmern , alleinreisende Frauen sind auf
den Strassen nicht sicher also blieb in den Herbergen und langweilte
mich. In den Nächten flüsterte er mir Liebesschwüre
ins Ohr und wurde nicht müde meinen Körper zu lieben und in die
Ekstase zu treiben . Nur immer öfter dachte ich ,, Es istnicht genug."
Wir waren wieder zu Hause und eigendlich sollte ich glücklich
sein, doch ich war unruhig und nicht zufrieden, immer öfter störte es mich
wenn er ging, wenn ich ihn darauf ansprach reagierte er ungeduldig
um mich im gleichen Augenblick zu liebkosen und mich ins Bett zu locken.
ich dachte ein paar Tage Abstand würde mir helfen um herauszufinden,
was ich eigendlich wollte . Also packte ich eine Tasche um zu verreisen.
Als ich ihm sagte was ich vorhatte, erlebte ich einen so zornigen Mann,
daß ich erschrak, wir trennten uns im Streit, ich habe meine Reise
gemacht, doch sie machte mir keine Freude sie brachte mich auch
nicht weiter, nur zur Erkenntnis daß alleine Reisen sehr einsam ist
er fehlte mir , mehr als ich es beschreiben
kann. Also fuhr ich wieder heim, ich nahm mir vor unsere Beziehung ein -
zuschränken mich unabhängiger von ihm zu machen und ein wenig mehr
Freiheit zu haben . Die nächsten Tage fuhr ich stundenlang mit meinem
Boot zum Fischen, machte lange Spaziergänge mit den Hunden.
Fuhr mit meinen Knechten ins Holz um für den Winter vorzusorgen .
half Obst einzukochen und Fisch zu räuchern.
So vergingen die Tage wie im Flug, als ich es am wenigsten erwartete
stand er vor mir . Trotz aller guten Vorsätze es war wie immer
Ansehn, küssen, streicheln, ausziehn, lieben, unersättlich die ganze Nacht.
Doch als ich aufwachte, lag ich in seinen Armen, ich liebte seinen Duft
und sog ihn ganz tief in meine Nase . Zärtlich strich ich sein Haar aus der Stirn,
sanft küsste ich ihn auf die Nase. Er schlug die Augen auf und küsste mich,
tief schaute er mir in die Augen, leise sagte er: ,, lass mich nicht
mehr alleine, ich habe dich so vermisst ,.... ich liebe Dich.....
weißt du das denn nicht? Nachdenklich schaute ich ihn an ,, nein woher ,
du hast nie etwas gesagt. Schulterzuckend bemerkte er:,, dann weißt du
es jetzt, ich habe Hunger, du nicht auch? "Lachend stand ich auf und
machte das Frühstück, lächelnd setzte er sich an den Tisch ,,Schön bist
du am Morgen, so rosig, wuschelig . Als er dann ging zog ich mich an und
machte mich fröhlich an die Arbeit. Wie sollte ich auch wissen, daß es
der Abschiedsabend vor seiner Reise war . Er stieg am Abend aus der
Kutsche, küsste mich hastig, verabschiedete sich und verschwand. Den
Abend und die Nacht weinte ich mich in den Schlaf, unglücklich war ich
und wütend zu gleich. Wie konnte er nur so mit mir spielen? ich fühlte mich
getäuscht.

Winter
Was soll ich sagen ? was soll ich tun? Ich bin so einsam so allein .
Wochen sind vergangen, seit ich ihn zuletzt sah . Meine Gefühle
schwanken zwischen Sehnsucht und Zorn . Ich kann nicht essen und auch
der Schlaf will oft nicht kommen, Brechreiz quält mich morgens seit Wochen,
ich ahne und bange, ist es das was ich vermutet ? Endlich raffe ich mich auf
und besuche die alte Hebamme unserer Stadt, gründlich untersucht sie mich
und dann schaut sie mich lange an . Ja Kind, ihr seid schwanger, ihr erwartet
ein Kind. Wer ist der Vater ? heiratet er euch ? Alle diese Fragen , was soll ich
antworten? ich weiß es doch nicht. Soviele Tränen hab ich vergossen, weil ich
um ihn und unsere Liebe geweint.
Und endlich stand er wieder vor meiner Tür, bemerkte meinen schwellenden
Leib, in seinen Augen konnte ich die Abwehr lesen, bevor er zu mir sagte:,,
das kann ich nicht, ich will keine Familie, ich will kein Kind, ich brauche
meine Freiheit, was denkst du denn das ich dich heirate ? Nein.....
Er drehte sich einfach um und ging.

Was du nicht willst was man dir tut , das füg auch keinem anderen zu .

